Konjunktur nach Branchen

Branchenüberblick

J=Jahresbeginn, F=Frühjahr, H=Herbst
Im IHK-Konjunkturklimaindikator werden die aktuelle Lage und die Geschäftserwartungen verrechnet. Der Wert bildet die Stimmung in der Wirtschaft ab.

Industrie

  • Obwohl sich die Geschäftslage in der Industrie positiv entwickelt, brechen die Zukunftserwartungen so stark ein wie seit dem Herbst 2023 nicht mehr.
  • Verbreitet zeigt sich eine Investitionszurückhaltung, wenn auch unterschiedlich ausgeprägt: 20 Prozent der Fahrzeugbauer, 36 Prozent der Investitionsgüterproduzenten und jeder zweite Maschinenbauer wollen ihre Ausgaben kürzen.
  • Entsprechend entwickeln sich die Beschäftigungspläne. Mit einem Stellenabbau rechnen 40 Prozent der Fahrzeugbauer, 41 Prozent der Investitionsgüterproduzenten und 46 Prozent der Maschinenbauer.

Handel

  • Die Konsumzurückhaltung der Verbraucher macht dem Handel schwer zu schaffen. Knapp 80 Prozent der Befragten beklagen ausbleibende Kunden – so viele wie in keiner anderen Branche.
  • Im stationären Handel berichten 50 Prozent der Unternehmen von Absatzrückgängen. Der Online-Handel bleibt überwiegend stabil.
  • Großhandel und Handelsvermittlung zeigen sich deutlich optimistischer als der Einzelhandel. Unterschiede gibt es vor allem hinsichtlich der Erwartungen für die kommenden zwölf Monate sowie bei den Investitions- und Beschäftigungsplänen.

Dienstleister

  • Das Konjunkturklima der Dienstleister erreicht erneut den im Branchenvergleich höchsten Wert. Die Geschäftslage bleibt robust.
  • Fachkräftemangel ist weiterhin ein zentrales Thema, insbesondere in den Bereicchen Verkehr und Lagerei, Finanzdienstleistungen, Unternehmensberatung sowie in der Immobilienwirtschaft. Die Arbeitskosten spielen für viele Dienstleister eine vergleichsweise nachgeordnete Rolle.
  • Die Auslastung unterscheidet sich deutlich nach Tätigkeitsfeld: Unternehmensberater und Finanzinstitute melden besonders positive Zahlen, produktionsnahe Dienstleister kommen weniger gut voran.

Tourismus

  • Das Tourismusgewerbe berichtet – wie häufig zu Jahresbeginn – von einer Eintrübung der Geschäftslage.
  • Umsatzzu- und -abnahmen halten sich in etwa die Waage. Deutlich zeigt sich die verschobene Nachfrage: weg von Tagestouristen und Geschäftsreisenden, hin zu Urlaubsreisenden.
  • Als wichtigste Risikofaktoren nennen die Tourismusbetriebe steigende Arbeitskosten sowie hohe Energie- und Rohstoffpreise. Gut 27 Prozent der Befragten verzeichnen zudem Finanzierungsprobleme – rund dreimal so viele wie im Schnitt der Gesamtwirtschaft.
Artikelnr: 232680

Dr. Josef Schosser

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